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Grundschulen

Aufhebung der Grundschule Schwiegershausen zum Schuljahr 2010/2011

Dr. Wolfgang Wegener (FWG) im Stadtrat zur Beschlussvorschlag der Verwaltung 262/2009 (Redemanuskript)

Vertagung de Luxe

Anrede,

der Beschlussvorschlag der Verwaltung in der Fassung des Verwaltungsausschusses vom 26. Mai sieht vor, die Grundschule Schwiegershausen zum Schuljahresbeginn 2010/2011 aufzuheben. Danach soll die Beschulung der Kinder aus der Ortschaft Schwiegershausen in der offenen Ganztagsschule Dreilinden sichergestellt werden. Für dieses eine nächste Schuljahr soll der aus Gründen des Brandschutzes erforderliche zweite Rettungsweg durch die Errichtung eines Gerüsttreppenturmes sichergestellt werden. Die Stadt will die Bemühungen einer Schwiegershäuser Bürgerinitiative um eine freie Trägerschaft fachlich begleiten.

Lassen Sie mich zunächst auf diese Bemühungen eingehen, zu denen ein Gespräch in Hannover stattgefunden hat. Ich wurde darüber sowohl von der Bürgerinitiative als auch von der Stadtverwaltung ausführlich informiert. Wenn auch in beiden Informationen naturgemäß die Akzente anders gesetzt wurden, so lassen sich doch im Ergebnis drei Feststellungen treffen.

  • Sowohl die Stadt als auch der freie Träger stimmen überein, dass die Grundschule so, wie sie jetzt ist, nicht gehalten werden kann. Der freie Träger benötigt eine nachhaltige Perspektive zum Betrieb der Schule auf Basis eines noch zu entwickelnden Konzeptes und eines noch zu gründenden Fördervereins. Diese Perspektive kann er nur bekommen, wenn er bei den Schulen in öffentlicher Trägerschaft "räubert". Diese sind bekanntlich alle durch den demographischen Wandel belastet. Im Erfolgsfall würde in Schwiegershausen eine Schule mit überregionalem Einzugsbereich entstehen. Plattdeutsch würde auf diesem Schulhof so viel oder so wenig gesprochen werden wie auf dem Schulhof Dreilinden.
  • Der Besuch dieser Schule wäre für die Eltern kostenpflichtig.
  • Es bedarf umfangreicher Vorbereitungen und Beschlussfassungen, um die Lösung zu realisieren, so werden voraussichtlich drei Kirchenkreistage beschlussfassend involviert werden, die frühestens Ende des Jahres tagen. Egal, wie man die Erfolgsaussichten dieses Unterfangens beurteilt (ich persönlich beurteile sie als eher gering): Bis dahin wird es weiter Unruhe in der Schullandschaft geben und Unklarheit über die Zukunft bestehen.

Bei allem Engagement, welches ich bei der Bürgerinitiative dort erkenne: Mir würde als Mitglied der Bürgerinitiative mulmig werden, wenn ich dieses Projekt weiterverfolgen müsste, zumal in Schwiegershausen nun ja auch Erwartungen geweckt wurden.

Mein Fazit: Dieses Projekt sollte man allenfalls dann weiter verfolgen, wenn man dafür viel Zeit hat und sonst nichts weiter anliegt.

Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Wir reden hier nämlich nicht nur über eine halbleere Schule, sondern über zwei. Die Lehrer, die für Schule ja nicht ganz unwichtig sind, sind es meinem Eindruck nach leid, immer wieder die gleichen Argumente zu hören, ohne dass entschieden wird. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als sich endlich wieder ausschließlich und voll auf die Förderung der Fähigkeiten unserer Kinder konzentrieren zu können. Und die Schule, die in Dreilinden entstehen könnte, hätte aufgrund der gewachsenen Kooperation mit der Wartbergschule und der Resourcen, die insgesamt an diesem Standort zur Verfügung stehen, durchaus das Potential, zu einer modellgebenden Schule werden zu können, die als starke, zweizügige Schule zumindest mittelfristig gesichert wäre.

Das ist die Alternative, Anrede, und sie drängt. Sollen wir wirklich diese Lösung jetzt blockieren im voraussichtlich vergeblichem Warten auf eine Lösung, die selbst wenn sie umgesetzt wäre, meines Erachtens im Vergleich dazu als allenfalls suboptimal zu bezeichnen wäre? Der Beschlussvorschlag ist besser als gar nichts, tatsächlich jedoch stellt er nichts weiter dar als eine Vertagung de Luxe.

Ich möchte es in Ihre Hände, Anrede, als zuständiges Beschlussorgan legen, die langanhaltenden Diskussionen zur Grundschulentwicklungsplanung nunmehr und heute zu beenden. Deswegen beantrage ich, den Beschlussvorschlag zu ändern.

Die Grundschule Schwiegershausen soll bereits zum Ende dieses Schuljahres aufgehoben werden.

Es soll unverzüglich damit begonnen werden, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Es ist sicherlich eine große Aufgabe, denn drei Dinge werden in Dreilinden zusammenkommen: Eine neue Schulleitung wird übernehmen, es wird eine Ganztagsschule eingerichtet und die Integration mit Schwiegershausen muss absolviert werden. Es ist aber auch eine reizvolle Aufgabe. Ich traue dies den Verantwortlichen zu. Dass nun endlich wieder Ruhe für die eigentliche Arbeit einkehren sollte, dass ist nicht nur der Wunsch der Lehrer, das vertritt auch eine starke Minderheit im Stadtelternrat, die eine umgehende Aufhebung der Grundschule Schwiegershausen als Variante A präferiert. Und letztlich darf ein Hinweis auf § 106 Schulgesetz nicht fehlen. Niemand kann von der Stadt erwarten, weiter in eine halbleere Schule zu investieren, obwohl ausreichend Schulraum in zumutbarer Entfernung zur Verfügung steht. Dieses Geld sollte lieber in die bessere, richtige Lösung gesteckt werden.

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